Die Deutsche Wochenschau Nr. 605 vom 8. April 1942 zeigt die Kriegswoche um den Jahreswechsel März/April 1942 und ist als zeitgenössisches NS-Propagandamaterial zu verstehen, dessen Darstellungen kritisch einzuordnen sind. Den Auftakt bildet ein Tag der Wehrmacht in Berlin: Im Lustgarten werden Geräte und Waffen gezeigt, darunter der Eisenbahnwagen von Compiègne; Reichsminister Joseph Goebbels besichtigt eine Flak-Vorführung, und es gibt Sammlungen und Werbeaktionen für die Truppe. Breiten Raum nimmt anschließend die Reaktion auf den britischen Luftangriff auf Lübeck ein: In der Nacht vom 28. auf den 29. März 1942 löste das RAF Bomber Command mit über 200 Flugzeugen und einem hohen Anteil an Brandbomben einen Feuersturm in der Altstadt aus - es war der erste große Erfolg der britischen Flächenbombardierung gegen eine deutsche Stadt und beschädigte unter anderem den Dom und die Marienkirche. Die Wochenschau stellt die historische Altstadt vor und nach dem Angriff gegenüber, zeigt Zerstörungen an den Kirchen und Hilfsmaßnahmen von Partei und Wehrmacht (unter anderem Feldküchen); die Darstellung folgt der propagandistischen Linie, ziviles Kulturgut sei ohne militärischen Nutzen getroffen worden. Von der Atlantikküste meldet die Ausgabe das gescheiterte britische Kommando-Unternehmen gegen St. Nazaire (Operation Chariot, 28. März 1942), bei dem Royal Navy und Commandos das große Trockendock zerstören wollten; gezeigt werden zerstörtes Gerät und Gefangene. Aus der Rüstung dokumentiert die Wochenschau die Fertigung und Erprobung von Heinkel-He-111-Bombern. Von der Ostfront zeigt sie die Luftversorgung vorgeschobener Verbände sowie Straßen-, Panzer- und Infanteriekämpfe im Raum Donez. Aus der Heimat sind außerdem Ordensverleihungen Hitlers an Luftwaffenflieger zu sehen, darunter der etwa 19-jährige Jagdflieger Hans Strelow, der im März 1942 als bis dahin jüngster Träger des Eichenlaubs zum Ritterkreuz ausgezeichnet wurde. Ein weiterer Bericht zeigt die Versenkung eines britischen Dampfers durch ein deutsches Schiff. Das Filmmaterial wurde von remAIke.TV in 8K (4K UHD) restauriert, ist kostenlos auf frai.tv verfügbar.
Inhalt dieser Ausgabe: Heimat: Tag der Wehrmacht in Berlin (Lustgarten), Eisenbahnwagen von Compiègne, Goebbels bei Flak-Vorführung · Rüstung: Fertigung und Erprobung von Heinkel-He-111-Bombern · Luftkrieg/Heimat: Lübeck vor und nach dem britischen Luftangriff (28./29. März 1942), beschädigter Dom und Marienkirche, Hilfsaktionen · Westfront: gescheitertes britisches Kommando-Unternehmen bei St. Nazaire (Operation Chariot), Gerät und Gefangene · Ordensverleihung: Hitler zeichnet Luftwaffenflieger aus, darunter Hans Strelow · Ostfront: Luftversorgung vorgeschobener Verbände · Ostfront (Raum Donez): Straßen-, Panzer- und Infanteriekämpfe · Seekrieg: Versenkung eines britischen Dampfers durch ein deutsches Schiff
In English: Die Deutsche Wochenschau No. 605, dated 8 April 1942, covers late March 1942 and is contemporaneous Nazi propaganda. It opens with a Tag der Wehrmacht in Berlin's Lustgarten, where Joseph Goebbels inspects an anti-aircraft demonstration. Much of the issue addresses the RAF raid on Lübeck of 28-29 March 1942, the first major success of British area bombing against a German city, which created a firestorm in the medieval old town and damaged the cathedral and St Mary's Church; the newsreel contrasts the town before and after and shows relief efforts, framed in propaganda terms. From the Atlantic it reports the failed British commando raid on St Nazaire (Operation Chariot, 28 March 1942), showing wreckage and prisoners. Armament items show Heinkel He 111 bomber production. From the Eastern Front it depicts air resupply and fighting around the Donets, and shows Hitler decorating Luftwaffe pilots, among them the young fighter pilot Hans Strelow, the youngest Oak Leaves recipient at the time. A further item shows the sinking of a British steamer. Restored in 8K by remAIke.TV; free on frai.tv.
Die Deutsche Wochenschau was the unified weekly newsreel of Nazi Germany, produced by Universum Film AG (UFA) in Berlin and released in cinemas from June 1940 until 22 March 1945 (the last theatrical edition, No. 755). It was created by consolidating the four previously competing German newsreels — Ufa-Tonwoche, Deulig-Tonwoche, Tobis-Wochenschau and the Fox Tönende Wochenschau — into a single propaganda instrument. Its predecessor, the Ufa-Tonwoche, had run as UFA's weekly newsreel from 1925 (with synchronized sound from 1930) until it was merged in 1940. Throughout, production was supervised and censored by the Reich Ministry of Public Enlightenment and Propaganda under Joseph Goebbels, who used the newsreels to shape wartime public opinion; these films are now a core part of the audiovisual record of the Nazi era, preserved primarily by the German Federal Archives (Bundesarchiv).
Produktion / Production: Produced and edited by Universum Film AG (UFA) at its main building on Krausenstraße in central Berlin, Germany (synchronization and finishing done there until November 1943). NOTE for newsreels: the recording/event LOCATION is the place depicted in each issue (e.g. the Eastern Front, Stalingrad, Normandy, North Africa, occupied Poland), NOT Berlin where it was edited. Use Berlin/UFA only for the "studio/production" field; use the depicted event location for the per-video location tags..